Eine Studie im Fachjournal iScience legt nahe, dass Hunde einen positiven Zusammenhang mit der mentalen Gesundheit von Jugendlichen haben können.
Jugendliche, die mit einem Hund aufwachsen, zeigen im Durchschnitt weniger soziale und emotionale Schwierigkeiten.
Die Ergebnisse sind jedoch als Zusammenhang zu verstehen – nicht als
einfacher Ursache-Wirkungs-Beweis.
Was untersucht wurde
Hunde sind für viele Familien mehr als Haustiere.
Sie strukturieren Tagesabläufe, begleiten Wege und sind oft feste Bezugspunkte
im Alltag von Kindern und Jugendlichen.
Ob sich diese Nähe auch messbar im psychischen Wohlbefinden widerspiegelt,
untersuchte ein Forschungsteam um den Verhaltensbiologen Takefumi Kikusui
an der Azabu University in Japan.
Grundlage der Analyse waren Daten aus der Tokyo Teen Cohort Study,
einer langfristig angelegten Beobachtungsstudie.
Ausgewertet wurden Angaben von 343 Jugendlichen im Alter von 14 Jahren.
96 von ihnen lebten in Haushalten mit Hund, 247 ohne Hund.
Die Ergebnisse
In den Auswertungen zeigten Jugendliche, die über längere Zeit mit einem Hund
zusammenlebten, im Mittel geringere soziale und emotionale Auffälligkeiten.
Berichtet wird unter anderem von weniger Rückzugsverhalten
und seltener auftretenden Verhaltensproblemen.
Auffällig war dabei vor allem eines:
Die Unterschiede zeigten sich hauptsächlich bei Jugendlichen,
deren Hund bereits über mehrere Jahre Teil des Haushalts war.
Kurzfristige Haustierhaltung allein reichte nicht aus,
um vergleichbare Effekte zu beobachten.
Mögliche Erklärungen
Die Studie diskutiert mehrere Ansätze, um die beobachteten Unterschiede zu erklären.
Neben sozialen Faktoren – wie mehr Bewegung, festen Routinen
oder emotionaler Unterstützung – untersuchten die Forschenden
auch biologische Zusammenhänge.
Dazu analysierten sie Speichelproben der Jugendlichen
und beschrieben Unterschiede im sogenannten oralen Mikrobiom.
Ergänzende Tierversuche mit Mäusen dienten dazu,
mögliche Zusammenhänge zwischen mikrobiellen Mustern
und sozialem Verhalten zu prüfen.
Die Autorinnen und Autoren betonen jedoch ausdrücklich:
Diese Ergebnisse liefern Hinweise, aber keinen Beweis
für einen direkten kausalen Zusammenhang.
Wie die Ergebnisse einzuordnen sind
Ein Hund ist kein therapeutisches Mittel.
Die Studie zeigt keine Garantie dafür,
dass Hundehaltung psychische Probleme verhindert oder heilt.
Sie deutet jedoch darauf hin,
dass Tiere Teil eines stabilen sozialen Umfelds sein können –
insbesondere in einer sensiblen Entwicklungsphase wie der Jugend.
Für Familien bedeutet das:
Die Entscheidung für einen Hund sollte nie allein aus
gesundheitlichen Erwartungen heraus getroffen werden.
Verantwortungsvolle Hundehaltung erfordert Zeit,
finanzielle Mittel und langfristiges Engagement.
Fazit
Jugendliche, die mit einem Hund aufwachsen,
zeigen in der Studie im Durchschnitt weniger soziale
und emotionale Schwierigkeiten.
Die Ergebnisse beschreiben einen Zusammenhang –
keinen einfachen Ursache-Wirkungs-Mechanismus.
Dennoch liefern sie einen weiteren Hinweis darauf,
welche Rolle Haustiere im sozialen und emotionalen Alltag
junger Menschen spielen können.
Quellen
- People.com – Studienzusammenfassung:
https://people.com/owning-a-dog-may-improve-the-mental-health-of-teenagers-11874536
- Good News Magazin – Deutsche Einordnung:
Speichel-Mikrobiom von Hunden beeinflusst die mentale Gesundheit positiv
- Popular Science – Bericht zu Mikrobiom und Tiermodell:
https://www.popsci.com/environment/dogs-teens-health/
